Dienstag, 26. April 2011

Dennis Hopper: Photographs 1961-1967


Ich muss zugeben, dass ich Dennis Hopper bislang nur als Schauspieler und Regisseur kannte. Doch dass hinter diesem Mann, der im letzten Jahr leider verstorben ist, auch ein so bedeutender Fotograf steckt, war mir nicht bewusst. Umso gespannter war ich darauf, was mich in dem riesigen Bildband Dennis Hopper: Photographs 1961-1967 erwartet. Wie der Titel schon verrät, zeigt das Buch Fotografien, die zwischen 1961 und 1967 entstanden sind, und gibt darüber hinaus noch unzählige Informationen rund um Hopper selbst. So beschäftigt sich beispielsweise das erste Kapitel mit der Kunstszene Los Angeles und Hoppers Anfänge, erzählt von Walter Hopps, einem amerikanischen Museumsdirektor und Kurator für zeitgenössische Kunst. Von Toni Shafrazi erfährt man unter anderem, dass Dennis Hopper auf Drängen seines Freundes James Dean mit dem Fotografieren begann.


Tiefe Einblicke in sein Leben erhält man durch viele Anekdoten, ausgeschmückt mit jeder Menge Bilder, sei es von Hopper selbst oder Personen aus seinem Umfeld. Während der Zeit von 1961-1967 fotografierte Hopper scheinbar nahezu überall und alles. So hat man hier eine Sammlung vor sich, die neben vielen Bildern aus Mexiko und einigen Modefotografien auch zahlreiche Fotos enthält, die während Dreharbeiten entstanden sind und hinter die Kulissen des Hollywoods der 60er Jahre blicken lassen. Dabei handelt es sich sowohl um Reportage-Fotografien als auch um inszenierte Portraits.


Auf den rund 550 Seiten erfährt man nicht nur sehr viel über den Schauspieler, sondern lernt auch den Fotografen und Menschen Dennis Hopper kennen. Seine Weggefährten Dean Martin, Bill Cosby, Jane Fonda und Andy Warhol bleiben ebenfalls nicht unerwähnt. Seine eigene Geschichte erzählt er jedoch selbst im Rahmen eines Interviews mit Jessica Hundley.

"Das Wichtigste für mich ist: Hast du den Versuch unternommen und hattest du den Mut zu deiner Überzeugung zu stehen? Der Spruch 'Gib mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann' ist bekannt. Okay, aber ich möchte etwas verändern, weil es schlecht ist. Es macht mir keinen Spaß, denken zu müssen, dass ich etwas nicht verändern kann. Die Menschen, die ich bewundere, haben die Chance ergriffen und Dinge verändert."


Ich finde diesen Bildband wahnsinnig vielfältig, schon alleine das bloße Durchblättern zieht einem über eine halbe Stunde in seinen Bann. Mir gefällt besonders, dass durch die Größe und Druckqualität die Fotografien besonders gut zur Geltung kommen, zu jedem der gezeigten Fotografien ein erklärendes Zitat vorhanden ist und die Filmografie am Schluss angefügt wurde. Dank einer übersichtlichen Kapitelaufteilung verliert man trotz der Masse an Eindrücken den Überblick nicht. Wer sich ansatzweise für Fotografie oder/und für einen der bedeutendsten Schauspieler und Regisseure interessiert, wird an diesem Fotobildband seine wahre Freude haben.

Dennis Hopper: Photographs 1961-1967
Taschen Verlag
ISBN: 978-3836527262
49,99 Euro

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