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Reiseguide: Meine Lieblingsorte am Chiemsee

„Urlaub in Deutschland ist doch voll langweilig“, „Deutschland ist so was von hässlich“ – wer solche Aussagen macht, war noch nie in Oberbayern. Nach unserem Städtetrip nach München haben wir noch eine Woche am Chiemsee eingelegt, um die Seele ein wenig baumeln zu lassen. Ich habe mich für die Region entschieden, weil man dort aus unzählige Ausflugsmöglichkeiten hat, sei es mit dem Fahrrad, Schiff oder per Auto. So kann man dort nicht nur den ganzen Tag um den See radeln, sondern auch Berggipfel erklimmen, durch Wälder wandern oder nahe Städte wie München, Rosenheim und Salzburg besuchen.

Wer die Möglichkeit hat, sollte unbedingt sein Fahrrad mitnehmen. Es gibt unzählige Radrouten um und am Chiemsee, die einem traumhafte Stellen zeigen, die man sonst nicht sehen würde. Das Foto, das ihr über diesem Absatz seht, habe ich an so einem Ort aufgenommen. Die Seehütte steht in einem Naturschutzgebiet für Vögel, das zu Fuß und mit dem Auto so gut wie gar nicht zu erreichen gewesen wäre. Bis auf einige wenige Ausnahmen sind alle Fahrradwege eben und damit leicht zu befahren.

Den größten Gänsehautmoment hatte ich auf dem Hochfelln. Der Berg ist mit einer Höhe von 1674 Metern einer der höchsten in Oberbayern und bietet auf dem Gipfel eine grandiose Rundumsicht auf den Chiemsee und das Alpenvorland. Der Berg kann mit einer Seilbahn erreicht oder innerhalb von fünf Stunden auch zu Fuß erklommen werden. Wir haben uns für die bequeme, leider auch teuerste Variante entschieden und sind mit der Gondel hochgefahren. Ganz ehrlich: Den Weg hoch hätte ich nie im Leben geschafft. Ich habe mich vor dem Urlaub im Netz über den Gipfelweg erkundigt und Beschreibungen wie „ideal für Anfänger“ gefunden – diese Anfänger will ich sehen. Mich hätte man wahrscheinlich nach den ersten Kilometern runtertragen müssen.

Ab der Mittelstation sind wir zu Fuß zur Talstation gewandert und haben 600 Höhenmeter in knapp 14 Kilometern zurückgelegt. Die Wege um den Hochfelln sind sehr gut ausgeschildert, auch wenn mich die Schilder mit ihren Stundenangaben bis zu den jeweiligen Zielen teilweise sehr gefrustet haben. Anderen Wanderern begegnet man übrigens nur sehr selten. Die meiste Zeit läuft man alleine durch die Wälder.

Am Chiemsee selbst waren wir nur in den südlichen Dörfern unterwegs, die von Touristen teilweise ziemlich überlaufen sind. So auch das Schloss Herrenchiemsee auf der Herreninsel, das man nur per Schiff erreicht. Wir haben das Schloss natürlich besucht, so richtig überzeugt hat es mich nicht. Es wird zwar viel Prunk gezeigt, die Führung von knapp 30 Minuten war für mich jedoch viel zu kurz. Massenabfertigung deluxe.

Da es am letzten Urlaubstag leider ununterbrochen geregnet hat, haben wir einen Trip nach Salzburg gemacht. Auch hier: nur Touristen. Vielleicht lag es am miesen Wetter und den viel zu vielen Menschen in den engen Gassen, leider hat mir die Stadt nur mäßig gefallen. Wir haben uns unter anderem Mozarts Geburtshaus angeschaut, das bei mir allerdings einen verstörenden Eindruck hinterlassen hat. Im Haus selbst befindet sich im Erdgeschoss ein Supermarkt, links daneben eine H&M-Filiale und rechts Nordsee. Muss so eine Verschandelung denn wirklich sein?!

Für Juni und die Region hatten wir glücklicherweise sehr gutes Wetter mit konstant 25 Grad. Ich kann dem Chiemsee jedem ans Herz legen, der gerne in der Natur unterwegs ist und viele verschiedene Dinge im Urlaub unternehmen möchte. Ich war auf jeden Fall nicht zum letzten Mal dort.

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