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Review: „Karl Lagerfeld. Modemethode“ in der Bundeskunsthalle Bonn

Cézanne, Renoir, Monet oder van Gogh – so gut wie allen großen Künstlern unserer Zeit wurden Ausstellungen in der Bonner Bundeskunsthalle gewidmet. Seit letzten Monat gestellt sich auch Karl Lagerfeld dazu. Noch bis zum 13. September zeigt das Museum in „Karl Lagerfeld. Modemethode“ erstmals umfassend den gesamten Modekosmos des Designers, von seinem ersten großen Erfolg über die noch größeren Erfolge für Fendi, Chloé und Chanel.

Wer denkt, dass es sich bei dieser Ausstellung um einen Abklatsch der Ausstellung in Essen im vergangenen Jahr handelt, irrt gewaltig. Während es damals um Lagerfelds kreativen Kosmos aus Mode, Fotografie und Bücher ging, widmet sich „Modemethode“ ausschließlich Karls Schaffen als Designer. Karls Person spielt eine untergeordnete Rolle, dafür steht seine Mode von Fendi, Chloé und vor allem Chanel im Mittelpunkt. Vom Kaiser selbst wird nur der legendäre Mantel aus dem Jahr 1954 gezeigt, mit dem er damals den International Woolmark Prize gewann.

Volle Punkte bekommt das Ausstellungsdesign von Verleger Gerhard Steidl. Er hat auch dieses Mal wieder geschafft, die unterschiedlichen Stile der einzelnen Labels in einer stimmigen Atmosphäre zu vereinen. Man fühlt sich als würde man auf einer großen Modestraße flanieren und sich auf eine kurzweilige Reise durch Karls Modeimperium begeben. Fotos von Kampagnen sind direkt auf die Wände gedruckt und die sündhaft teuren Accessoires von Fendi und Chanel werden wie Trophäen auf Eisen-Gestellen ausgestellt. Die Lookbooks einzelner Kollektionen liegen wie in Auslagen auf angedeuteten Bordsteinen.

Das absolute Highlight der Ausstellung ist der Haute Couture-Bereich am Ende der Ausstellung. Passend zu den verträumten und kostspieligen Roben von Chanel kreierte das spanische Designstudio Wanda Barcelona einen aufwendigen Papierwald, in dem Tausende einzelne Papierfetzen von der Decke hängen. Auch wenn Karl als Person meiner Meinung nach zu kurz kommt, empfehle ich die Ausstellung ausnahmslos. So viele tolle Roben auf einmal bekommt man nur sehr selten zu sehen.

Ein von Anne SvBW (@anne_svbw) gepostetes Foto am

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