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Alles über die Künstlersozialkasse: Anmeldung, Beiträge & Erfahrungen

Wer sich als Redakteur oder Texter selbstständig machen will, kommt an der Künstlersozialkasse nicht vorbei. Meine Erfahrungen und alle wichtigen Fakten rund um die Anmeldung, den Beitrag und die Aufnahmekriterien erfahrt ihr hier.

Ohne die Künstlersozialkasse könnten sich Hunderttausende Kreative aus den Bereichen Publizistik und Kunst ihre Selbstständigkeit schlichtweg nicht leisten. Sie ist Teil der gesetzlichen Sozialversicherung in Deutschland und ermöglicht Freiberuflern den Zugang zur gesetzlichen Kranken-, Pflege- und Rentenversicherung. Der große Vorteil: Im Gegensatz zu freiwillig versicherten Selbstständigen zahlt man als Mitglied der KSK nur einen dem Arbeitnehmeranteil entsprechenden Beitrag. Die KSK meldet ihre Versicherten bei den Kranken- und Pflegekassen und bei der allgemeinen Rentenversicherung an und leitet die Beiträge entsprechend weiter. Der „Arbeitgeberanteil“ des Beitrags stammt aus den Künstlersozialabgaben der abgabepflichtigen Unternehmen und einem Bundeszuschuss. Man ist also trotz Selbstständigkeit über die Künstlersozialkasse quasi wie ein Angestellter sozialversichert (außer Arbeitslosenversicherung).

Inhaltsverzeichnis:

Wer kann der Künstlersozialkasse beitreten?

In der KSK können sich Freiberufler aus den Bereichen Musik, Kunst und Publizistik versichern. Dazu gehören zum Beispiel Maler, Illustratoren, Sänger, Schriftsteller, Journalisten und Lehrkräfte, die in diesen Bereichen freiberuflich unterrichten. Voraussetzung für eine Versicherung ist, dass ihr eine künstlerische oder publizistische Tätigkeit selbstständig und erwerbsmäßig und nicht nur vorübergehend ausübt.

Wie kann man sich anmelden?

Wer der KSK beitreten möchte, muss beweisen, dass er selbstständig in den oben genannten Bereichen dauerhaft tätig ist. Zu den Tätigkeitsnachweisen gehören aktuelle Verträge mit Auftraggebern, Abrechnungen der Auftraggeber oder selbst erstellte Rechnungen mit den entsprechenden Bankbelegen über den Erhalt der Rechnungsbeträge. Weitere Nachweise können zum Beispiel eine eigene Webseite sein, aktuelles Werbematerial, Unterlagen über den Werdegang wie Ausbildungszeugnisse oder Belegexemplare über Veröffentlichungen. Mehr zur Anmeldung erfahrt ihr hier.

Nach erfolgreicher Prüfung, die in der Regel zwei Monate dauert, seid ihr ab dem Tag der Antragsstellung über die KSK versichert. Das bedeutet, dass ihr die Beiträge, die ihr in dieser Zeit in die freiwillige Krankenversicherung einbezahlt hab, erstattet bekommt, und im Gegenzug die Beiträge, die in dieser Zeit an die KSK fällig waren, nachzahlen müsst. Der letzte Betrag liegt meist unter dem Ersten, daher müsst ihr keine Sorgen haben, dass ihr viel an die KSK nachzahlen müsst.

Wie werden die Beiträge berechnet?

Die Beiträge zur KSK richten sich nach dem voraussichtlichen Jahreseinkommen. Zum Ende des Jahres bekommt man ein Schreiben, in dem man angeben muss, wie viel Gewinn man im kommenden Jahr macht. Läuft es einmal schlechter oder besser, kann man die Änderung der KSK jederzeit melden. Das bedeutet konkret: Ist ein großer Auftragnehmer unvorhersehbar abgesprungen, kann man seine Beiträge an die KSK entsprechend anpassen. Die Versicherung stellt online einen Vordruck zur Verfügung, den ihr entsprechend ausfüllt und zuschickt. Der Beitrag wird dann für den kommenden Monat angepasst.

Die Beiträge an die KSK werden wie in einem Angestelltenverhältnis berechnet. Die Hälfte der Beitragssätze zur gesetzlichen Rentenversicherung, Krankenversicherung und Pflegeversicherung, die man als Angestellter zahlt, werden auch als Mitglied der KSK fällig. Hinzu kommen von der gesetzlichen Krankenkasse erhobene individuelle Zusatzbeiträge, die man selbst zu tragen hat. Die Beiträge werden immer zum 5. des Folgemonats abgebucht.

Es gibt immer wieder Experten, die ihr voraussichtliches Jahreseinkommen gewollt niedriger angeben, als es tatsächlich ist. Davon rate ich dringend ab. Man wird alle fünf Jahre geprüft, ob die Angaben, die man gemacht hat, auch wirklich stimmen. Die KSK ist sich bewusst, dass man nicht auf einen Tausender genau schätzen kann. Wer aber mehrere Tausend Euro von seinen Angaben über mehrere Jahre abweicht, muss gegebenenfalls Nachzahlungen leisten.

Pro & Kontras

Viele Freiberufler beschweren sich oft und gerne über die Künstlersozialkasse. Ganz ehrlich? Ohne die KSK könnte ich mir meine Selbstständigkeit nicht leisten und die, die ständig meckern, wahrscheinlich auch nicht. Natürlich ist die KSK bürokratisch und man hat öfter Probleme, jemanden am Telefon zu erreichen. Aber die Pros überwiegen ganz klar. Im Gegensatz zu den Horrorstorys, die im Internet kursieren, hatte ich noch nie Probleme mit der KSK – und ich bin mittlerweile acht Jahre dort versichert. Selbst in der Zeit, in der ich fest angestellt war und ab und zu noch freiberufliche Einnahmen hatte, bin ich dort Mitglied geblieben und habe monatlich einen kleinen Betrag in die Rentenversicherung einbezahlt.

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